© Christine Gstöttner
Im Gegensatz zu der weit verbreitenden Meinung, Regenwälder wären die Hauptproduzenten des Lebenselixiers „Sauerstoff“, verhält es sich so, dass rund zwei Drittel des jährlich freigesetzten Sauerstoffs aus der Produktion von Salz- und Süßwasseralgen stammen. Wir brauchen den Sauerstoff, den die Algen der Weltmeere produzieren! Die meist einzelligen Organismen leben in Tiefen bis zu 200m und erzeugen mittels Photosynthese aus Licht und Nährstoffen das „Abfallprodukt“ Sauerstoff.
Haie haben damit natürlich nur indirekt etwas zu tun – die Arbeit der Algen wird derzeit in erster Linie durch die voranschreitende Umweltverschmutzung behindert, da immer weniger Licht in die Tiefen der Meere vordringt und ihre Arbeit somit kräftig erschwert wird.
Aber leider sind die Umweltverschmutzung, der Rückbau küstennaher Habitate, die touristische Erschließung von Kinderstuben und Aufwuchsgebieten, die Bebauung von Küstenregionen, der voranschreitende Tourismus, das Nichtvorhandensein von Kläranlagen u.v.m. nicht die einzigen Probleme mit denen unsere Weltmeere heute kämpfen – der internationale Fisch- und vor allem der Haifang drohen die bereits angeschlagenen Weltmeere endgültig aus dem Gleichgewicht zu hebeln.
Derzeit werden jährlich rund 200 (!) Millionen Haie getötet. Die Topräuber, die an der Spitze der Nahrungskette stehen und somit einen ganz wesentlichen Baustein zum Funktionieren dieses sensiblen Ökosystems beitragen, werden gerade ausgerottet!
Haie kontrollieren Fische, Rochen, Krebse, Schalentiere und auch ihre eigenen Bestände. Fehlt diese Kontrolle, dann überleben plötzlich auch alte, kranke, schwache und degenerierte Tiere. Sie werden immer mehr und haben sehr schnell nicht mehr genug Nahrung. Dann bricht schlagartig die gesamte Pyramide zusammen und zurück bleibt: NICHTS – gar nichts, voraussichtlich auch keine Algen, die Sauerstoff produzieren!
Die traurigen Auswirkungen, des wankenden Gleichgewichts können wir derzeit leider bereits an vielen Stellen unserer Ozeane beobachten und Fachmagazine wie Science oder Geo warnen ausführlich vor den fatalen Konsequenzen.
Warum sehen nun aber so viele Menschen hierbei tatenlos zu? Vielleicht weil sie insgeheim immer noch denken, dass das Fehlen der bösen Menschenfresser maximal entspanntere Badefreuden beschert? Nein!
Wir wissen doch längst, dass „Jaws“ nur ein Hollywoodstreifen war und wir Menschen nicht ins Beuteschema von Haien gehören! Wir wissen auch, dass es im Jahr nur sehr wenige Haiunfälle mit noch weniger tödlichen Ausgängen gibt und dass wir sorglos baden und surfen können, obwohl wir uns dabei im Lebensraum von Haien bewegen.
Weiters wissen wir, dass Haie durch Menschenblut gar nicht angelockt werden und dass Filme wie „Open Water“ nur mit tief sitzenden Ängsten und alten Mythen spielen.
Es verhält sich auch nicht so, dass alleine „die Asiaten“ schuld an dem Dilemma der Haie sind, weil man z.B. für eine chinesische Hochzeit ca. 40 Tiere braucht um die standesgemäße Flossensuppe zu kredenzen. Immerhin liefert Europa ja einen ganz beachtlichen Teil der Flossen nach Asien, aber noch viel mehr konsumieren wir über
zweifelhafte Knorpelprodukte, die uns Krebsheilung, Linderung von Osteoporose oder raschen Knochenaufbau versprechen. Und auch das, obwohl wir wissen, dass das nur ein Werbegag mit dem Mythos Hai ist und es in einigen Ländern mit strengen Gesetzen (wie der Schweiz) bereits verboten ist Haiknorpel als Heilmittel zu verkaufen.
Oder aber warum essen manche Menschen noch
Haisteaks oder Schillerlocken, obwohl sie wissen, dass die Methylquecksilberbelastung bei den Topräubern bereites so hoch ist, dass sie teilweise toxische Werte erreicht und im Körper quasi nicht mehr abbaubar ist?
Genau hier können wir ansetzen – genau hier in Österreich! Die meisten Sharkproject Kampagnen setzen auf Information von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter!
Sie liebe Leser gehören ab jetzt zu den wenigen Menschen, die informiert sind oder beginnen sich mit dem Thema auseinander zu setzen! Die breite Öffentlichkeit weiß viele dieser Dinge nicht, die wir hier aufgezählt haben und es scheitert auch nicht an der mangelnden Tierliebe, dass man zusieht, wenn lebenden Haien die Flossen abgeschnitten werden und die verendenden Tiere wieder ins Meer zurückgeworfen werden – es wissen einfach noch viel zu wenige Menschen über diese Dinge bescheid!!!
Also: HELFEN SIE UNS INFORMIEREN - hier in Österreich!
| 3.9.2008 | Print |